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Familienduell im Final Four


By unti - Posted on 19 März 2013

Familienduell im Final Four

Das Halbfinale im Landespokal des Handballverbandes Berlin wird – ohne den Sieger im Vorfeld zu kennen – in die Geschichte dieses Wettbewerbes eingehen. Sowohl auf, als auch neben dem Spielfeld kommt es zum Duell der Generationen. Erfahren und routiniert gegen jung und wild. Blau-Weiss gegen Grün-Weiss. Vater gegen Sohn.

Die SG TMBW Berlin geht als absoluter Favorit auf die Finalteilnahme ins Rennen. Das routinierte Team, gespickt mit Spielern, die seit einem Jahrzehnt für die SG in der 1. Herrenmannschaft auf Torejagd gehen, ist der Rekordgewinner des Wettbewerbs. Bereits sieben Mal holten die Blau Weissen die begehrte Trophäe nach Tempelhof. Seit September 2009 sind sie sogar ungeschlagen im Pokal und sicherten sich die letzten drei Jahre den Titel in Serie.

Ein Michael Steckenborn zwischen den Pfosten, der 33-jährige Regisseur Björn Kniewel, Rückraum-Shooter Robert Lasarzik, Tobias Erdmann als Fels in Angriff und Abwehr oder aber Alleskönner Marian Grellmann auf der linken Aussenbahn – die Tempelritter können auf einen sehr ausgeglichenen und gefährlichen Kader zurückgreifen. Das größte Manko allerdings ist das Fehlen ihres Dreh- und Angelpunktes. Dauerbrenner Sebastian Viehstädt verletzte sich im Derby gegen den TSV Rudow vor zwei Wochen schwer am Knie und wird nicht auflaufen können.

Damit hat Trainer Rainer Untermann eine wichtige Stütze zu ersetzen. Dass er den Wettbewerb trotz des nervenaufreibenden Abstiegskampfes in der Oberliga Ostsee-Spree ernst nimmt, unterstreicht die Tatsache, dass der 59-jährige TMBW-Coach mittlerweile abendfüllende Videostudien des PSV erstellt und studiert hat.

Es ist auch für ihn ein ganz besonderes Spiel. Denn auf der anderen Seite des Spielfeldes steht ihm mit PSV-Chefcoach Daniel Untermann sein Sohn gegenüber. Beide sind ausgewiesene Fans des jeweils anderen Teams und verpassen keinen Auftritt, wenn es der Spielplan der eigenen Mannschaft erlaubt. Doch dies wird am Samstag (Anpfiff um 19.15 Uhr im Horst-Korber-Sportzentrum, Glockenturmstr. / S-Bahnhof Pichelsberg) zur Nebensache, dort zählt für 60 Minuten einzig die eigene Mannschaft.

Auch für den PSV-Untermann ist diese Begegnung etwas ganz besonderes. Neben dem internen Familienduell, ist es für ihn das erste Pflichtspiel, welches gegen seinen Heimatverein geht. 1983 die ersten Schritte im blau weissen Dress auf dem Feld unternommen, durchlief Untermann die Jugend weitgehend bei den Tempelhofern. Schon mit 14 übernahm er dort als Trainer sein erstes Team und brachte mit 18 Jahren als Abteilungsleiter den Club wieder in die Spur. Die SG-Gründung mit Tempelhof/Mariendorf sollte sein größter Erfolg werden. Das damalig gegossene Fundament besteht nun bereits im 15. Jahr durchgehend erfolgreich. Erst mit 25 Jahren verließ Untermann die Tempelhofer, um in der Schweiz als Spielertrainer anzuheuern und die Hauptstadt für einige Jahre zu verlassen.

Mittlerweile steht er seit vier Jahren, davon zwei bei der 1. Herrenmannschaft, auf der Kommandobrücke des Polizei SV. In der Liga auf Schlagdistanz zu Titel und Aufstieg, ist der Pokalwettbewerb ein willkommener Anlass, sich von den Strapazen im Meisterschaftskampf abzulenken.

„Ich kann nicht verhehlen, dass ich mir dieses Spiel gewünscht habe. Es ist für mich und meine Mannschaft das vermeintlich einfachste. Gegen die Füchse wären wir so gut wie chancenlos und gegen BTV 1850 in der absoluten Favoritenrolle. Nun können wir völlig befreit gegen einen höher klassigen Gegner auflaufen und schauen, wo wir uns in der Entwicklung befinden. Am Ende wird man sehen, wie lange wir den Rekordgewinner ärgern konnten. Allerdings würde ich mich freuen, wenn ich derjenige bin, der jetzt dann jahrelang von dem Sieg bei den Familienfeiern erzählen könnte. Mein Schwager kann ein Lied davon singen, wenn es um grüne Bänder geht.“, gibt Untermann augenzwinkernd zu Protokoll, dessen Schwager Dennis Wittkopf am Siebenmeterpunkt ebenfalls zu einem erfolgreichen PSV-Abschneiden beitragen könnte.

Dass es nicht zu weiteren Familienduellen kommt, liegt an der Verletztenmisere beider Teams. Denn sowohl Christian Untermann (Kreuzbandriss) auf PSV-Seite, als auch sein Cousin Sebastian Viehstädt (Innenband) bei TMBW fallen definitiv aus.
Hinzu kommen beim Underdog Nils Vergin (Bänderiss) und auch der Einsatz von Marcel Buchholz (Rippe) ist fraglich.

Im Lager des PSV ist man völlig auf die Aufgabe des David gegen Goliath fixiert. Spielt das Team in Topform, könnte eine Überraschung gegen den Favoriten drin sein. „Dazu bedarf es aber auch der Unterstützung von den Rängen. Die grün-weisse Fanwand muss leben und beben, um der Mannschaft als 8. Mann die notwendige Unterstützung zu bieten. Aber wir haben eh die geilsten Fans der Stadt, die machen einen Riesenjob.“, baut Manager Jan Müller auf den Support des Anhangs.

Der Gewinner der Partie bestreitet dann am Sonntag um 16 Uhr das Finale gegen den Sieger des Spiels Füchse Berlin II gegen BTV 1850.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze – und nun auch ein neues Kapitel seiner eigenen Geschichte.

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