Viking-Reifen – Sportlich. Stark. Sicher

"Titel und Aufstieg waren mehr als verdient"


By OnRed - Posted on 29 April 2013

"Titel und Aufstieg waren mehr als verdient"

Samstagabend - 19.29 Uhr. Die Schiedsrichter pfeifen das Spiel ab. Die Halle steht Kopf, die Spieler feiern die Meisterschaft. Nur einer saß in sich gekehrt auf der Trainerbank und ließ gedankenversunken den Moment auf sich wirken. Es war der Cheftrainer, dem die Freudentränen liefen und sich erst nach einer ganzen Weile erhob, um sich beim Publikum für die Unterstützung zu bedanken.

Wir sprachen mit Daniel Untermann nach der Nacht der spontanen Meisterfeier über den Titel, die Vergangenheit und die Zukunft.

Eine Nacht drüber geschlafen. Hast Du die Meisterschaft schon verdaut?
Es waren nur ein paar Stunden, die ich geschlafen habe. Nachdem wir letzte Woche bereits vorzeitig aufgestiegen waren, wusste ich, dass meine Mannschaft die Meisterschaft zu Hause klar machen würde, egal wie. Ich war also insoweit darauf vorbereitet. Dennoch wollte ich am Samstag den Moment auf mich wirken lassen. Titel und Aufstieg waren mehr als verdient. Wir hatten das mit Abstand beste Team.

Was war für die der entscheidende Moment der Saison, der magische Moment, bei dem Du dachtest, dass es mit dem Ziel klappen würde?
An dem Abend, als es durch unsere Halle, mein Wohnzimmer, hallte "Auswärtssieg" und die SG Rotation Prenzlauer Berg den Derbysieg feierte, war ich mir sicher, dass wir es jetzt packen werden.

Warum ausgerechnet an solch einem Abend?
Wir haben an dem Tag leichtfertig den Sieg verschenkt, die SG stark gemacht und uns nicht mehr auf uns selber konzentriert. In der Woche darauf hat gegen den BFC Preußen dann aber alles gepasst. Die Dramatik, der knappe Sieg, die Euphorie, die sich danach einstellte.

Würdest Du sagen, dass alles richtig gemacht wurde?
Entschiedenes Nein. Als ich vor zwei Jahren zum Cheftrainer befördert wurde, dachte nicht nur ich, dass sich das alles relativ schnell und einfach bewerkstelligen lassen würde. Dann haben uns über die Zeit einige Spieler verlassen aus jeweils ganz unterschiedlichen Gründen. Aber ich habe mich davon nicht verrückt machen lassen. Wo einer geht, kommt ein anderer.

Was hast Du daraus für diese Saison ableiten können?
Wir, also mein Trainerteam und ich, haben uns vor der Saison gesagt, dass wir uns von Dingen, die nicht beeinflußbar sind, wie Studium, Klausuren, Verletzungen, usw. nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen wollen. Das haben wir - denke ich - ganz gut umgesetzt. Es war deutlich entspannter im Umgang miteinander und hat dazu geführt, dass wir eben so erfolgreich sein konnten, wie wir es im Endeffekt waren.

Stichwort Verletzungen - da habt Ihr dieses Jahr ja gut zugeschlagen.
Ja, das stimmt. Das, was uns dieses Jahr an Verletzungen geschehen ist, ging kaum noch auf eine Kuhhaut. Aber das hat die Breite des Kaders ausgleichen können. Und dann kamen über die Saison noch Verstärkungen hinzu, die man sich als Trainer nur wünschen kann. Sportlich und menschlich haben Cristian Gherhard und Moritz Metelmann sofort eingeschlagen.

Was würdest Du im Rückblick anders machen?
Nichts. Wir brauchten eben diese zwei Jahre, um als Mannschaft zu reifen. Jede negative Erfahrung war eine, die wir benötigten, um im Endeffekt zum Ziel zu gelangen. Diese Entwicklung war notwendig, um jetzt in der kommenden Saison auch bestehen zu können.

Der Kader wird sich, wie man lesen konnte, nur punktuell verändern. Kannst Du uns da schon mehr sagen?
Die wichtigste Veränderung gibt es auf der Position des Co-Trainers. Basti Schadow hört aus privaten Gründen auf, was ich sehr bedauere. Das hat man am Samstag auch gesehen, dass uns beiden das sehr schwer fällt. Nun tritt Dennis Wittkopf in seine Fußstapfen. Auch das wird wieder eine Weiterentwicklung des großen Ganzen.

Und auf Seiten der Spieler?
Aus dem aktuellen Kader wird der Großteil bestehen bleiben. Bei Clemens Sirotenko suchen wir gerade noch nach einer Lösung für sein Studienproblem und den zeitlichen Aufwand. Das ist allerdings die letzte unklare Personalie, die mir persönlich sehr am Herzen liegt.

Wie schaut es mit Neuzugängen aus?
Wir werden in dieser Woche unsere Neuzugänge einzeln vorstellen. Ich möchte da auch nicht vorgreifen. Der Neuzugang, der bereits veröffentlicht wurde, ist Björn Jutzi, der von der MT Melsungen zu uns stößt.

Die kommende Saison wird sehr anspruchsvoll. Wie wollt Ihr die Spieler darauf vorbereiten?
Das Pensum, das wir bisher betrieben haben, war bereits auf OSL-Niveau. Das werden wir beibehalten. In der Vorbereitung wird wie gewohnt Fitness-Coach Robert Wohlert die körperliche Justierung übernehmen. Dazu werden wir sportartfremd trainieren, wie zum Beispiel mit Ringern.

Schon ein Bild von den Gegnern gemacht?
Dadurch, dass ich viele Spiele von TMBW und OSF besucht habe, kenne ich die Liga und deren Teams sehr gut. Aber nun heisst es mal abwarten, was die Vereine an Neuzugängen präsentieren, ob tatsächlich jemand aufsteigt und so weiter. Es gibt zur Zeit zu viele noch unbekannte Faktoren. Ich genieße jetzt den Moment und werde die Mannschaft auf das letzte Spiel beim VfL Lichtenrade vorbereiten.

Wird das zu einer Spaßveranstaltung?
Wer mich kennt, weiß, dass ich immer gewinnen will. Wir werden am Samstag sicherlich mit leicht veränderter Aufstellung in das Spiel gehen, um noch einmal allen die Möglichkeit zu bieten, sich bei den Fans mit einer tollen Leistung zu bedanken.

Du hast am Samstag eine sehr emotionale Rede gehalten, in der Du alle Zuschauer, Fans und Vereinsmitglieder dazu aufgefordert hast, noch mehr für den Verein zu tun. Warum?
Verein ist jeder, der dabei ist. Verein heißt nicht, dass man von wenigen Ehrenamtlichen erwarten kann und darf, dass sie einem alles vorkauen. Wenn wir alle ein Stück mehr zusammenrutschen, den jeweils anderen bei seiner Arbeit unterstützen, dann können auch alle im Endeffekt davon partizipieren.

Was möchtest Du jetzt zum Abschluss noch loswerden?
Ich möchte mich bei allen, die uns - zum Teil auch kritisch - in den letzten beiden Jahren begleitet haben, dass sie uns zu dem gemacht haben, was wir jetzt sind. Nämlich Meister und Aufsteiger.

(SE)

Tags

Mitglied im

Deutscher Handball Bund

Handball Verband Berlin

Freiwilliges Soziales Jahr