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Spannendes Kellerduell gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg


By Ronny B. - Posted on 04 Dezember 2010

Spannendes Kellerduell gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg

Lange fieberten die Fangruppen und Spieler beider Mannschaften dem Aufeinandertreffen entgegen, schwang sich diese Partie doch zum wahren Derby empor. Der PSV Berlin empfängt die SG Rotation Prenzlauer Berg, klangvolle Namen im Ostberliner Handballsport. Verbunden über ein schier unendliches Geflecht an sportlichen wie privaten Schnittstellen, war alles für ein packendes Duell angerichtet. Die Anhänger beider Lager hofften natürlich auf ein aufregendes Klingenkreuzen zwischen dem Liganeuntem und dem Tabellenschlusslicht. Sie sollten nicht enttäuscht werden, denn an Spannung fehlte es in der gut besuchten Sporthalle vor allem am Ende nicht.

Diese Spannung zeigte allerdings viele Gesichter. Die erste spannende Frage, die sich die Hausherren stellen mussten, war allerdings etwas unerfreulich: Wann werfen wir das erste Tor? Den Spielbeginn vollständig verschlafend, konnte man im Angriff hauptsächlich mit technischen Fehlern und falschen Wurfentscheidungen glänzen, während man auf der anderen Seite wenig Zugriff auf die gut aufspielenden Gäste bekam. Das erste Tor war dem etatmäßigem Siebenmeterschützen der SG vom Punkt vorenthalten. Nach einem Rückraumtreffer durch Christian Georgi traf eben jeder Carlo Gregarek erneut zweifach vom Punkt. Die ersten Zuschauer rieben sich beim Zwischenstand von 4:0 bereits die Augen, verpassten allerdings nicht die nächsten vier Tore über zwei Konter und das gebundene Positionsspiel, dass in dieser Phase vor allem durch den quirligen Sven Grunow niveauvoll dirigiert wurde. 8:0 prangte es leuchtend auf der Anzeigentafel, bevor die Erlösung seitens Matthias Trambow in Form eines Konters bei gespielten 11:55 Minuten nahte. Leider sollte der Knoten noch nicht platzen und nach Toren auf beiden Seiten entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, die Differenz sollte sich aber nicht nennenswert ändern. Über die Spielstände 2:11, 6:14 und 8:16 näherte man sich langsam der Halbzeit. Das Spiel hatte nun zumindest kämpferisch an Qualität gewonnen und so folgten nun die ersten 2-Minuten-Strafen. Sowohl Denny Groth auf der PSV-Seite, als auch Fabian Kienbaum auf der Gästeseite waren zu diesem Zeitpunkt bereits doppelt verwarnt. Die Prenzelberger gerieten nun zunehmend während ihrer Angriffsbemühungen unter Druck, allerdings hatten sie auch bei drohendem Zeitspiel zumeist das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite, was Felix Erdmann, Linksaußen beim Tabellenletzten, der aus zehn Metern in Manier eines Rückraumspielers zum 8:17 einnetzte, eindrucksvoll unter Beweis stellte. Aber auch der Rückraum der Heimmannschaft zeigte nun Herz und konnte in Unterzahl durch Arian Thümmler und nach guter Abwehrarbeit durch Fabian Gruner 30 Sekunden vor Schluss auf 10:17 verkürzen. Rotation nutze nun den Angriff um diesen nach Freiwurf über den Halblinken abzuschließen. Den Ball konnte Bryan Bänecke auch nur aus dem Tor holen, genauso wie das unglücklich wirkende Schiedsrichtergespann die Rote Karte aus der Gesäßtasche, da Fabian Gruner den Schützen wohl mit der Hand im Gesicht getroffen hatte. Zur Halbzeit stand es also 10:18 aus Sicht der Polizisten, sicherlich ein bedrückendes Ergebnis.

Was auch immer in der Kabine der Hausherren durch das Trainergespann Müller und Schnell besprochen wurde, es half offensichtlich. Arian Thümmler mit Doppelpack, sowie Matthias Trambow mit einem seiner fünf Tore vom Punkt, verkürzten recht schnell. Trotz zweier Treffer seitens der Gäste, schloss der PSV immer weiter auf. Vor allem Thümmler und Trambow sorgten dafür, dass es nach 43 Minuten nur noch 20:22 stand. Nachdem Christian Georgi nochmals erhöhte, legte Trambow erneut mit einem Doppelpack nach. Die Abwehr stand nun sattelfest, sicherlich zum Teil auch der Abwehrleitung des eingewechselten Robert Kretschmann zu verdanken, und nach einem erneuten Ballgewinn war Arian Thümmler auf dem Weg zum ersten Ausgleich der Partie. Das Tor wohl traf er nicht, dafür aber der zwischenzeitlich eingewechselte Martin Wernhammer mit seinem Ellenbogen ganz klar das Gesicht des Werfers. Warum der Torschiedsrichter dies bei völligem freiem Blickfeld ungeahndet ließ, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben. Das Publikum war nun jedenfalls mehr als wach und kurze Zeit später zappelte nach einem Wurf durch Simon Kapa doch der Ball zum 23:23 im Netz. Neben Felix Erdmann und Christian Georgi wusste nun allerdings eben jeder Martin Wernhammer zu überzeugen, spielte nun unter höchster Bedrängnis seine ganze Klasse aus und legte mit drei Toren in fünf Minuten den Grundstein zur 29:27 Führung drei Minuten vor Abpfiff. Der Gastgeber steckte allerdings nicht auf und konnte durch zwei Tore von den Außenpositionen über Christian Untermann und Simon Kapa nochmals die Punkteteilung in Aussicht bringen. Möglich war dies allerdings nur, weil zwischen beiden Treffer der eingewechselte Sven Neilson einen Strafwurf entschärfte. Das letzte Tor sollte allerdings den Rotationern vorbehalten bleiben. Fabian Kienbaum stellte mit einem Kraftakt den Endstand von 29:30 her. Ferenc Remes, Trainer des Tabellenletzten, fiel augenscheinlich ein riesen Stein vom Herzen, sein Team feiert losgelöst den ersten Auswärtssieg der Saison. Auf Seiten des Gastgebers hingegen machte sich lähmende Enttäuschung breit, schielte man wohl vor der Partie in Richtung Mittelfeld.

Mein Fazit:
Leider blieb das junge PSV-Team in Hälfte eins über weite Strecken den Nachweis für ihre Oberligatauglichkeit schuldig und die dort verursachte Hypothek ließ sich in den verbleibenden 30 Minuten nicht mehr tilgen. Der Mannschaft wird sicherlich selbst klar sein, dass Schwächephasen in dieser Form im laufenden Wettbewerb nicht zu kompensieren sind und so werden sie gegen Neubrandenburg hoffentlich wieder das Gesicht zeigen, dass sie in den letzten Partien zu einer der positiven Überraschungen in der 4. Liga machte. Wohl nicht nur dem kalten Wetter geschuldet, kuscheln sich die Teams zwischen den Plätzen 8 – 14 bis auf drei Punkte zusammen. Für Spannung ist also auch weiterhin ausreichend gesorgt.

Ronny

Statistik (Ohne Protokoll!):

Kapa (4), Thümmler (8), Trambow (8/5), Finck (1), Groth (3), Schauer (1), Seidel (0), Klühs (0), Untermann (2), Gruner (2), Kretschmann (0), Beutler (n.e.)

Tor: Bänecke, Neilson

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Rotation bleibt dran

Während der SV 63 Brandenburg West ungefährdet an der Tabellenspitze seine Kreise zieht, bleibt es im Tabellenkeller weiterhin spannend. Die Plätze acht bis vierzehn trennen gerade mal drei Pünktchen. Da wir bis dato gegen die Ligagrößen nichts zu bestellen hatten, stehen wir gegen die direkten Tabellennachbaren unter Druck.
Neben den zahlreichen Verbindungen zwischen beiden Mannschaften machte diese Tatsache die Begegnung gegen den Lokalrivalen Polizei SV noch bedeutender.
Dessen waren sich alle bei Rotation bewusst. Ganz ungewohnt die Personalsituation. Achtzehn Spieler standen zur Verfügung, die Entscheidung für die vermeintlich richtige Aufstellung fiel nicht leicht.
Vor vollen Rängen pfiffen die Unparteiischen aus Mecklenburg-Vorpommern die Partie im Sportforum an. Die ersten zehn Minuten zeigten, wer doch mehr Erfahrung im Abstiegskampf besitzt und wer weniger Zeit braucht, um seine Nervosität abzulegen. Die junge Mannschaft von Polizei wirkte gelähmt. Sie versuchten krampfhaft auf das Tempo zu drücken und machten dabei Fehler. Schlechte Würfe, falsche Entscheidungen . Das gefürchtete Tempospiel wurde ihnen zum Verhängnis. Rotation dagegen sicherer und technisch versierter. Ballgewinne wurden in Gegentore umgemünzt, den Positionsangriff leitete der gut aufgelegte Sven Grunow fast fehlerfrei. Nach zehn Minuten stand demzufolge ein 0:8 auf der Anzeigentafel. Traumstart für uns. Bis Ende der ersten Hälfte blieb der Vorsprung bestehen, wir konnten mit dem Halbzeitergebnis von 10:18 in die Kabine gehen.
Es war allen klar, dass die zweite Hälfte kein Spaziergang wird. Der PSV konnte auch in Hälfte zwei zwar nicht spielerisch überraschen, vielmehr sorgte Rotation mit der schlechtesten Halbzeit der Saison für Dramatik pur.
Im Angriff nur noch Stückwerk, die unvorbereiteten Würfe, inklusive Siebenmeter wurden zur Beute des guten PSV Torhüters. Unser Kontrahent konnte folgerichtig verkürzen und bei 23:23 mit dem reanimierten Publikum im Rücken das erste Mal ausgleichen. Durch die Manndeckung gegen Christian Georgi mussten Alternativen her. Die Zeit für erfahrene, abgezockte Spieler ist gekommen. Von einem schönen Handballspiel konnte seit langem keine Rede mehr sein. Die individuellen Stärken von Martin, Fabian und der unermüdliche Kampfgeist von Felix waren am Ende spielentscheidend. Da war aber noch etwas. Thies hielt den entscheidenden Wurf in Manier eines Fußballtorhüters und wurde somit mit zum Matchwinner. Symptomatisch für das PSV Spiel ihr letzter Angriff bei 29:30. Mit einem Offensivfoul nahm sich der Aufsteiger die letzte Chance auf einen Punktgewinn. Danach nur noch große Erleichterung auf unserer Seite und ausgelassenes Feiern der wichtigen Punkte. Danke für die lautstarke Unterstützung!
Jetzt heißt es, geduldig weiter zu arbeiten, dann wird es bald auch eine Bewegung auf der Tabelle geben. Nach Minuspunkten ist bereits jetzt der Polizei SV Tabellenletzter.
Das Siegerteam: Deuble, Wilms, Schopf 2, Georgi 7, Kaluza 2, Gregarek 3, Kienbaum 2, Erdmann 6, O. Grunow 1, Mühlenberg 3, Kurth 1, S. Grunow, Nagyhazi, Wernhammer 3

Quelle: http://sg-rotation-prenzlberg.de.tl/News.htm

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ganz ganz großer Bericht von Rolle!

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...besonders gefällt mir die Aussage über das reanimierte Publikum (vielleicht können wir ja da auch noch was von der stets überragenden Kulisse der Prenzl´berger lernen)und der Nachhilfe im Minuspunkte rechnen. Jetzt seh ich die Tabelle doch gleich aus ner ganz anderen Sicht...

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... oder eben nach Pluspunkten vor den Rotationern?! Egal, die Prenzlberger, wie an ihrem Punktekonto unschwer zu erkennen ist, haben es halt leichter mit Plus- als mit Minuspunkten.
Vielleicht sollten wir aber auch nicht zu hart mit dem Verfasser ins Gericht gehen. Musste er solange auf der Einstellung seiner Spieler rumhacken und wollte sogar vor den Internationalen Sportgerichtshof ziehen und der pfeifenden Zunft mittels Videobeweis das Fürchten lehren, konnte er nun das zweite Mal in Folge den Erfolg genießen.
Wir sollten zusehen weiterhin konzentriert zu arbeiten, die richtigen Schlüsse aus dieser Niederlage zu ziehen und weiterhin um den Nichtabstieg zu kämpfen. Das Zeug dazu hat die Mannschaft.
Nach dem letzten Spieltag können wir ja nochmal einen Blick wagen, ich als positiv denkender Mensch auf die Pluspunkte, und die Rotationer meinetwegen auf die Minuspunkte.

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Sicherlich weder ein schönes noch ein gutes Spiel und trotzdem hatte es alles, was ein Handballspiel braucht: Spannung, Emotionen, individuelle Klasse und Kampf bis zum Umfallen. Beeindruckend wie PSV hier den Rückstand wett gemacht und aufgeholt hat. Läuferisch stark, temporeich und mit soviel Herz bei der Sache!
Meiner Ansicht nach hat hier die glücklichere Mannschaft die Punkte geholt. Sollten sich keine Personalien ändern, wird das Rückspiel sicherlich ähnlich spannend.

Bei so viel Lob sollte man allerdings dennoch nicht vergessen, dass dieses Spiel es mehr als deutlich gemacht hat (und der Tabellenstand es ja auch gerade recht eindeutig ist), das diese Leistungen, so beeindruckend sie oft auch waren, für keine der beiden Ostberliner Mannschaften, die mir in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen sind, zum Klassenerhalt reichen wird. Die Umstellungen des DHB werden den Berliner Amateurhandball mit am härtesten in Deutschland treffen, denn sie verlangen eine Professionalisierung ohne die auch alle zukünftigen Berliner Meister wahrscheinlich zum Tabellenkeller verdammt sein werden.

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Selbst über 36 Stunden nach Abpfiff ist meine Enttäuschung über die miserable 1. Halbzeit noch nicht ganz verraucht! Dennoch schliesse ich mich den Worten von Kevin's Kommentar nahtlos an, denn unser junges Team hat zweifelsohne das Potential die Klasse zu halten. Der Blick sollte nur noch nach vorne gereichtet sein, um schnellstmöglich die nächsten Punkte zu ergattern, die völlig unnötigerweise liegengelassen wurden! Die 2. Hälfte hat deutlich gezeigt, welcher Kampfgeist und welche Moral in der Truppe steckt.
Die Jungs brauchen am Sa. in NBB mehr denn je unseren Support, auch wenn dort die Trauben wieder eine Etage höher hängen! Ich hoffe noch auf weitere Zusagen vom PSV-Anhang...

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