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Traumberuf Polizeibeamter - Zwischen Wahrheit und Illusion!


By Kevin-aus-Marzahn - Posted on 13 Mai 2009

Publikation der Gewerkschaft der Polizei:

Dienstag, 12. Mai 2009

Berlin braucht Polizisten!

An alle Bundes- und Landesministerien, Bundes- und Landesregierungen, Bundestag und Landesparlamente, Rundfunk, Fernsehen, Printmedien etc.
Berlin braucht dringend Polizisten. Deshalb bitten wir alle, die nachfolgende Stellenanzeige kostenlos zu veröffentlichen bzw. zu verbreiten:

Greife nach den Sternen!

Wir brauchen bei der Polizei in Berlin motivierte, leitungsbereite junge Menschen für den interessanten Job „Polizistin/Polizist in Berlin“.

Wir bieten:

- die schlechteste Bezahlung bundesweit,
- eine arbeitnehmerunfreundliche rot-rote Landesregierung,
- keine Zukunftsperspektiven,
- keine Übernahmegarantie,
- Berlin weite Rotationsmöglichkeiten mit ständig wachsender Arbeitsbelastung,
- einen lebensverkürzenden Schicht- und Wechseldienst,
- flexible und familienfeindliche Arbeitszeiten,
- steigende Wochenarbeitszeiten ohne Lohnausgleich, derzeit 41,5 Stunden,
- hohe physische und psychische Belastungen verbunden mit einer
hohen Krankenquote,
- erlebnisorientierte, jährlich wiederkehrende, Veranstaltungen zum
1. Mai mit hohem Verletzungsrisiko,
- geselliges Beisammensein mit überwiegend älteren und frustrierten
Kolleginnen und Kollegen,
- Kriminalitätsverwaltung statt -bekämpfung,
- zukünftig eine schicke blaue Uniform mit namentlicher Zwangskennzeichnung.

Bewerben Sie sich deshalb nicht in anderen Bundesländern, die für vergleichbare Tätigkeiten bis zu 500 Euro monatlich mehr bezahlen, sondern in Berlin unter dem Stichwort

"Leibeigener - SEI TOP, SEI COP, SEI UNTERBEZAHLT!“

Tags

Kriminalität
"Irgendwann kämpfst du nur noch um dein Leben"
Fast 3000 verletzte Polizisten in einem Jahr
Berliner Morgenpost, Samstag, 12. Dezember 2009 - Von Michael Behrendt und Sergej Glanze
Florian Söhring, 31 Jahre jung. Gebildet, eloquent, zuvorkommend. Polizeioberkommissar, Vater zweier Kinder, Kumpeltyp. Ein netter Kerl. Und ein Polizist aus Berufung. Einer, der den Ladendieb ebenso respektvoll behandelt wie die alte Dame, die er über die Straße führt.

Er selbst aber ist Freiwild. Immer häufiger schlägt ihm im Einsatz Gewalt entgegen - so wie den meisten seiner Kollegen bundesweit. "Beleidigungen überhören wir schon längst", sagt Söhring und zuckt mit den Schultern. Auch die Drohungen, man werde seine Familie umbringen, nehme er mittlerweile nicht mehr wahr. Ohren auf Durchzug. Polizistenalltag.

Florian Söhring gehört zur Mannschaft des Polizeiabschnitts 36 an der Pankstraße in Wedding - eine harte Gegend, man fackelt hier nicht lange. Von den 82 114 Menschen in dem Bezirk hat mindestens jeder Zweite einen Migrationshintergrund. Im vorigen Jahr gab es 104 Übergriffe gegen Polizisten, allein in Söhrings Revier. "Die Brutalität nimmt zu", sagt der 31-Jährige.

Seine Tagesschicht beginnt heute um 12 Uhr, sie geht bis Mitternacht. Und gleich der erste Einsatz, auf den er uns mitnimmt, macht deutlich, wie unerwartet und mit welcher Wucht sich die Gewalt gegen die Männer in Uniform wenden kann. Florian Söhring, von den Kollegen nur "Flo" gerufen, will an der Grüntaler Straße einen in zweiter Reihe parkenden Autofahrer zur Rede stellen. Von der anderen Straßenseite her schreit plötzlich ein Mann, der sein Gesicht mit einer schwarzen Kapuze verdeckt: "Schlägerei, kommt mal schnell!"

Zwei Gruppen prügeln aufeinander ein, Angehörige zweier Familien und deren Freunde, insgesamt etwa 50 Männer und Frauen. Zwei Mädchen haben sich verkeilt, beschimpfen sich, reißen sich die Haare aus, treten zu. Söhring geht dazwischen, Streifenkollege Martin S. ruft Verstärkung. Mit so vielen "Kunden" kommen sie allein nicht zurecht. Das Geschrei wird lauter, die Situation unübersichtlich. Als weitere Zivilbeamte und Wagen eintreffen, versucht Söhring immer noch, die Frauen zu trennen.

Nach zehn Minuten schafft er es.

Endlich herrscht Ruhe, etwas zumindest. Die Gruppen reden zwar immer noch laut aufeinander ein, jetzt müssen sie sich aber über die Schultern der Beamten hinweg anpöbeln. Allmählich gewinnt Söhring die Übersicht in dem Chaos. Allmählich wird auch klar, worum es hier geht: Eines der Mädchen wurde in ihrer neuen Schule gemobbt, und ihr großer Bruder wollte die Sache klären, mit Verstärkung. Vor der Schule traf er die Rädelsführerin und schlug die 16-Jährige. Die ist gerade zum zweiten Mal schwanger. Während sich die Streitenden jetzt wieder auf Arabisch anschreien, während die erste Verletzte ins Krankenhaus transportiert wird, sprechen Söhring und seine Kollegen mit den Lehrern. Fassungsloses Kopfschütteln. Am Abend werden die Beamten erfahren, dass sich die beteiligten Familien vor dem Krankenhaus begegnet sind. Es hat dann wieder eine Schlägerei gegeben.
Angriff auf dem U-Bahnhof

"Es geht so schnell", sagt Florian, während sein Kollege Martin S. den Wagen durch den Kiez lenkt. "Im August 2004 war ich zivil eingesetzt und sollte mit einem Kollegen Rauschgifthändler auf dem U-Bahnhof Bernauer Straße beobachten und festnehmen." Zehn Dealer seien auf dem Bahnsteig gewesen. Als Söhring und sein Einsatzpartner einen der Dealer verfolgen wollten, wurden sie als Polizisten erkannt. Es folgte eine Attacke, die beiden wurden in dem folgenden Chaos getrennt. "Einen konnte ich mir noch mit einem Fußstoß vom Leibe halten", erinnert sich Söhring, "dann sprangen die Rauschgifthändler ins Gleisbett, griffen sich Steine und bewarfen uns damit." Die Angreifer hätten auch ihre Gürtel aus den Hosen gezogen und auf sie eingeschlagen. "Ich konnte meinen Kollegen nicht sehen, es war meine größte Angst, dass er getötet werden könnte", sagt Söhring. Irgendwann kam Verstärkung, irgendwann sah er keine Sterne mehr von den Hieben, und irgendwann kam sein Kollege. Erleichterung. Dass er sich selbst die Faustknöchel blutig geschlagen hatte, merkte Söhring damals gar nicht. "Irgendwann kämpfst du einfach nur noch um dein Leben." Was für ein Satz. Gesprochen im Dezember 2009 von einem deutschen Polizisten, Einsatzort Berlin, nicht Kundus.

Die Liste dieser Art von Übergriffen ist lang. Im Juli 2008 werden Kollegen Söhrings an der Badstraße angegriffen, als sie einen verwirrten Türken in Gewahrsam nehmen, der sich selbst verletzt hatte. Wenige Tage später attackieren 15 Personen unvermittelt ein Kamerateam an der Koloniestraße. Es kann sich gerade noch in ein Lokal retten. Als Beamte am gleichen Tag einen 17-Jährigen mit Migrationshintergrund an der Wiesenstraße festnehmen wollen, tauchen knapp 50 Menschen aus den umliegenden Häusern auf und bedrohen die Polizisten. Im Oktober muss die Polizei einschreiten, als ein Schlägertrupp nach einem Unfall auf einen Motorradfahrer eintritt. Dutzende Jugendliche stellen sich den Beamten in den Weg. Nur durch das "offensive Zeigen der Schlagstöcke" hätten sie die Menge auf Abstand halten können.

"Man erlebt die unglaublichsten Sachen", erzählt Söhring. "Einmal haben wir nachts im Kiez einen Mann festgenommen, der Autospiegel abgetreten hatte." 30 Männer kamen, um ihn zu befreien. "Als die aber mitbekamen, was der Mann getan hatte und dass einige selbst betroffen waren, kippte die Stimmung, und wir mussten den Mann schützen."
Nur noch mit Schutzwesten im Dienst

Selbst bei Routineeinsätzen kann sich Söhring inzwischen nicht mehr sicher sein, dass er unversehrt nach Hause kommt. Schon lange tritt keine Funkstreifenbesatzung mehr ihren Dienst an, ohne zuvor Schutzwesten anzulegen.

Auch beim nächsten Einsatz weiß Söhring nicht, was ihn erwartet: Um ein Uhr meldet sich eine türkische Frau bei der Notrufzentrale. An der Buttmannstraße sei es zu laut. Eine 18-Jährige feiert dort Geburtstag in einer alten BVG-Werkstatt und hat "Freunde" eingeladen - mehrere Hundert Jugendliche tanzen betrunken zu ohrenbetäubender Techno-Musik. Draußen schmeißen sie mit Bierflaschen und grölen dumme Parolen. "Und jetzt sind wir die Spielverderber", sagt Dennis M., der Florian Söhring in dieser Nacht begleitet. Der versucht gerade, gegen den Lärm anzubrüllen und fragt nach der Veranstalterin. Die junge Frau bekommt Angst vor einer Anzeige und beendet die Fete. Die Gäste sind wütend. "Schuld haben die Bullen." Söhring und sein Kollege bleiben ruhig, verbitten sich das Gepöbel.

Nach und nach ziehen die wütenden Nachtschwärmer dann ab, zischen Beleidigungen. In einem unbeobachteten Moment legen sie Scherben vor den Streifenwagen, kleben einen Antifa-Aufkleber auf die Motorhaube. "Das ging ja gerade noch gut", sagt Dennis M. und reibt sich die kalten Hände.

Zehn Minuten später eilen die beiden Polizisten zum nächsten Einsatz an der Papierstraße. Kollegen haben dort Unterstützung angefordert. Die Mieterin eines Wohnhauses soll dem Freund eines Nachbarn die Haustür vor die Nase gehauen und ihren Pitbull auf ihn gehetzt haben. Der wiederum habe gedroht, den Hund zu erschießen. Als die ersten Beamten ankommen, trägt das Tier noch keinen Maulkorb. "Die Ersten beißen die Hunde", sagt ein Kollege Söhrings und seufzt. Der Mann und die Frau zeigen sich nun gegenseitig an: wegen Nötigung, Bedrohung, Beleidigung. "Scheiß-Kanake hat sie mich genannt", schimpft der Freund des Nachbarn. "Dabei bin ich Grieche."

Söhring und sein Kollege notieren die Personalien und steigen wieder in den Streifenwagen. Nach der erfolglosen Suche nach einem betrunkenen Obdachlosen werden sie zu einer einschlägig bekannten Kneipe gerufen, die Araber regelmäßig für ihre Partys nutzen. Als die Polizisten ankommen, sitzt ein Mann zusammengesunken und mit blutender Kopfwunde am Boden, er ist zusammengeschlagen worden, die Täter sind verschwunden.
Grauen hinter verschlossener Tür

Eine Hundeführerin ist aus Sicherheitsgründen dazugerufen worden. Das Tier bellt, als die Gäste der Feier lauthals ihre Zeugenaussagen machen. "Darf ich den streicheln?", fragt eine Frau im Abendkleid. Die Beamten schauen sie ungläubig an. "Die Nacht hat begonnen", ruft Dennis M. nun - weiter geht es. Einsatz in der Pankstraße. Dort wurde einer 70-jährigen Frau von einem Nachbarn ins Gesicht geschlagen, weil sie sich über den Lärm beklagt hatte. Die Frau hat ein dickes Auge, eine blutige Lippe und empört sich entsprechend. Söhring und sein Kollege klingeln an der Tür gegenüber, die Hände an den Waffen. "Wer alte Frauen schlägt, geht auch auf Polizisten los", sagt Dennis. Doch der Nachbar ist nicht mehr da.

Der nächste Funkspruch kommt im Morgengrauen: Ein Junkie lässt den Fernseher zu laut laufen, wie so oft. Weil er die Tür nicht öffnet, kommt der Schlüsseldienst - und wenig später das Grauen: Die Wohnung ist völlig vermüllt, Schimmel, nicht nur in den Ecken. Von dem Mieter keine Spur. Die Beamten müssen nachschauen, ob der Drogensüchtige nicht doch unter den stinkenden Matratzen liegt. Der Geruch dieser Wohnung wird den Polizisten noch für Stunden in der Nase hängen. Als Söhring ins Freie tritt, sagt er: "Guten Morgen, Berlin." Feierabend.

Fast 3000 verletzte Polizisten in einem JahrSamstag, 12. Dezember 2009
Warnschuss Insgesamt 2875 Berliner Polizisten sind im vergangenen Jahr im Dienst verletzt worden. Die Berliner Morgenpost dokumentiert einige Fälle: In der Nacht zum 6. Dezember attackierten fünf Jugendliche einen Zivilbeamten am Forckenbeckplatz in Friedrichshain. Der Polizist gab in Notwehr zunächst einen Warnschuss ab und feuerte dann auf die Angreifer, weil sie nicht von ihm abließen. Ein 19-Jähriger wurde in den Oberschenkel getroffen und anschließend mit seinen Komplizen festgenommen.

Linksextremisten In der Nacht zum 25. Oktober wurden bei Attacken in Friedrichshain und Kreuzberg mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt, die Beamten blieben unverletzt. Etwa 50 Linksextremisten hatten sich an der Skalitzer Straße/Ecke Schlesische Straße versammelt, aus der Gruppe heraus flogen Steine und Flaschen. Zwei Täter, 16 und 20 Jahre alt, wurden festgenommen und dem Staatsschutz übergeben.

Zivilcourage Mit unglaublicher Brutalität griffen sechs Jugendliche und Heranwachsende am 22. Oktober einen Polizisten im Buckower Stuthirtenweg an, der zwei Kindern zu Hilfe kommen wollte, die von der Gruppe zusammengeschlagen wurden. Der Beamte kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

Macheten-Angriff Zwei Polizeibeamte in Zivil wurden Mitte Oktober vor einem Supermarkt am Geraer Ring in Marzahn mit einer 50 Zentimeter langen Klinge und einer Eisenstange attackiert. Die beiden hatten Zigarettenhändler kontrollieren wollen, später mussten sie ihre Schnittverletzungen im Krankenhaus behandeln lassen.

Brandsätze In der Nacht zum 22. August schleuderten Unbekannte Molotowcocktails gegen ein Gebäude der Kriminalpolizei an der Bulgarischen Straße in Treptow. Ferner gingen hinter der Wache an der Pablo-Picasso-Straße in Hohenschönhausen zwei Autos in Flammen auf, die Polizisten gehörten. Wenig später ging bei der Zeitung "B.Z." ein Selbstbezichtigungsschreiben ein, in dem sich die Täter mit zwei festgenommenen Auto-Brandstiftern solidarisierten.mb

...hierzu noch sagen!? So langsam scheinen auch die kriminellen Schargen zu erkennen das die Staatsmacht nur noch das Wort "Macht" als Andenken trägt und somit ein gleichwertiger wenn nicht sogar im Verlauf von Strafverfahren ein unterlegener Gegner geworden ist. Die Politik scheint dieses Problem immer noch nicht wirklich zu erkennen und wird wahrscheinlich erst wach wenn es wieder einen von "Ihnen" getroffen hat. Dann heißt es wieder schnell handeln und das schlimmste Abwenden was noch in der kurzen Zeit bis zum nächsten Posten und der nächsten Diätenerhöhung drin ist.

Wenn die Strafverfolgten über Polizei und Justiz nur noch lachen können dann läuft etwas gewaltig schief in unserem Land. Aber wen interessiert das noch. Lebt den nicht jeder für sich sein niederträchtiges Leben und ergibt sich dem was da noch kommt?

In meiner unmittelbaren Umgebung wird in naher Zukunft gerade wieder einer von zig Jugendklubs geschlossen. Draußen an der Häuserwand hing ein Plakat mit der Aufschrift "Komasaufen statt Kultur und Bildung". Ich fand dies schon aussagekräftig aber anscheinend ist niemand mehr interessiert, dass unsere Zukunft, also unsere Kinder und auch die Kinder der anderen, in einer sozial gefestigten Umgebung aufwachsen. Lieber sollen die Kinder selber Erfahrung sammeln ob nun im Konsum oder Handel von Drogen oder beim Anwenden von Gewalt in jeglicher Art und Weise oder auch beim Umgang untereinander. Wer sich darüber noch beschwert, hat das Problem nicht erkannt. Der schreit lieber nach noch härteren Strafen um die Resozialisierung noch leichter zu machen.
Ich bin gespannt was noch alles passieren muss damit ein gewisses Umdenken stattfindet und nicht mehr jeder sich selbst der nächste ist. Aber vielleicht bin ich mit meinen Idealen noch zu weit weg und ich schätze die Situation falsch ein. Ich würde mich auch darüber freuen.

Exklusiv für die Berliner Morgenpost + Jeder Zweite bei der Polizei ist älter als 45 + Die Polizei ist nur noch eingeschränkt arbeitsfähig + In der Polizeiverwaltung wird nur unzureichend eingestellt

Der Landesbezirksvorsitzende der GdP Eberhard Schönberg hat Recht, wenn er die Personalplanung des Polizeipräsidenten massiv kritisiert. „Die Polizei ist in den Abschnitten nur noch bedingt arbeitsfähig“, bestätigt der GdP-Bezirksgruppenvorsitzende in der Polizeidirektion 4 Peter Richter die Kritik von Schönberg. Er ist dort auch stellvertretender Personalratsvorsitzender.
„Die Dienstgruppen der Abschnitte in der Direktion 4 haben je nach Belastung zwischen 30 und 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Krankenquote ist mit rund 14 Prozent überdurchschnittlich hoch. Durch Urlaub, Mutterschutz, Eltern- und Teilzeit und aufgrund chronischer Erkrankungen nicht mehr rund um die Uhr einsatzfähige Vollzugsbeamtinnen und -beamte reduziert sich das täglich verfügbare Personal weiter. Etwa 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen täglich nur noch zur Verfügung. Trotz Einstellungen wird sich die Personalnot in der Polizei verschärfen und die Belastungen für die Kolleginnen und Kollegen nachhaltig zunehmen. Es ist zu erwarten, dass sich die Krankenquote dadurch andauernd erhöhen wird.“
Diese verfehlte Personalplanung bestätigt auch der Vorsitzende der Fachgruppe Verwaltung der GdP Michael Laube. „Für den Polizeiverwaltungsdienst in Berlin wurden am 1.9.2009 lediglich sieben Bürokaufleute für Bürokommunikation und 19 Verwaltungsfachangestellte eingestellt. Die sieben Bürokaufleute werden nach ihrer Ausbildung nicht übernommen. Ob und wie viele Verwaltungsfachangestellte nach ihrer Ausbildung in der Polizei weiter arbeiten können, ist noch nicht entschieden. Die vorgesehenen Einstellungen im Verwaltungsdienst für 2010 wurden gestrichen.“ Richter und Laube abschließend: „Das ist ’Personalplanung by Currywurstbude’ für die mit Abstand größte Polizeibehörde in Deutschland und das in einer Stadt, die seit Jahrzehnten einen ‚Spitzenplatz’ bei der Kriminalitätsentwicklung hält.“

Ein Polizeibeamter aus der Polizeidirektion 4 schreibt der GdP zur Personalsituation (Auszug):
„Weiterhin wird der so genannte neue Dienstplan in einem derartigen Umfang kurzfristig geändert, dass man in Teilen bereits von einem bedarfsorientierten Dienst sprechen kann. So erfahren wir regelmäßig erst einen Tag im Voraus die Einsatzzeiten des folgenden Tages, was grundsätzlich nicht das Problem wäre, jedoch ist es oft so, dass sich diese Einsatzzeiten in einem derartigen Maß zum eigentlichen Dienstplan verschieben, dass es mich erstaunt, die Kollegen immer wieder aufs Neue in einer solchen Anzahl im Dienst zu sehen.
Und nein …, wir sind keine Roboter, die man mit Dienstzeiten programmiert, sondern Familienväter, die es jedes Mal aufs Neue logistisch meistern müssen, bei derartigen Dienstverschiebungen ihre Kinder familiengerecht unterzubringen. Wir sind Menschen, die ihren Lebenspartnern ständig erklären müssen, am Wochenende mal wieder 14 Stunden und mehr arbeiten zu müssen, um am Zaun des (leer stehenden) Tempelhofer Flughafens auf und ab zu fahren. Wir sind Menschen, die ihren Angehörigen erklären müssen, plötzlich doch nicht zu einer Feierlichkeit kommen zu können, da mal wieder ein kurzfristiger Alarmdienst in einer geplanten Freiphase ansteht.“

Die GdP schreibt au ihrer Homepage:

"Schichtpläne für VB I, FuBz, Lagedienste sollen durchgesetzt werden

Obwohl die geplanten Änderungen des Schichtdienstes seit ihrem Bekanntwerden auf nahezu vollständige Ablehnung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen sowie der Führungskräfte stieß, - seitenlange Begründungen dienstlicher Natur und natürlich auch soziale Gesichtspunkte diese ablehnende Haltung untermauerten, - eine Petition hunderter Kolleginnen und Kollegen überreicht wurde, - die GdP sowohl bei Innensenator Dr. Körting als auch bei den Regierungsfraktionen bald ein Dutzendmal argumentativ vorsprach und - der Gesamtpersonalrat (GPR) die vorgelegte Geschäftsanweisung einstimmig ablehnte, hat Herr Glietsch an der Umsetzung festgehalten. Zwei Einigungsverhandlungen der Polizeibehörde mit Vertretern des HPR führten zu keinem Ergebnis. Der PPr erklärte daraufhin das Scheitern der Verhandlungen und teilte dem GPR mit, dass er seine geplanten Maßnahmen nun umsetzen werde. Der GPR hat jetzt den Hauptpersonalrat (HPR) gebeten, die Einigungsstelle anzurufen. Der Polizeipräsident hat nunmehr durch sein kompromissloses Verhalten das Verfahren auf die Spitze getrieben. Die Verantwortung dafür liegt einzig bei ihm. Innensenator Dr. Körting hat in einem Gespräch mit GdP-Vertretern am 25.3.2009 betont, dass aus Sicht der Innenverwaltung nicht in das Verfahren eingegriffen wird und die weiteren Entscheidungen Herrn Glietsch überlassen sind. Leider kümmern sich auch die beiden Regierungsfraktionen von SPD und DIE LINKE nicht um die Thematik. Es bleibt dabei: Der Mensch - vor allem wenn er Polizist ist - steht nicht im Mittelpunkt des Regierungshandelns. Man hält sich bestenfalls raus, die soziale Kompetenz kann man ja auf Wahlveranstaltungen beweisen."

Da sieht man es mal wieder! Von den geistigen Kindern der SED hat man sicher nichts anderes erwartet und leider bewahrheitet sich die großväterliche Meinung unserer Sozialdemokraten auch ... die größten Verräter des Proletariates ...

Solang unser "Steini" Vollbeschäftigung für alle schafft, wird die SPD das Maß aller Dinge bleiben! Obwohl, sowas wurde dem deutschen Volke ja schonmal versprochen!? Egal, schau'n wa mal ...

Neuigkeiten aus der Teppichetage:

Nun hat wohl auch der stellvertretende Polizeipräsident Gerd Neubeck ein Einsehen und wechselt nach neun Jahren im Polizeipräsidum zur Deutschen Bahn. Der gebürtige Nürnberger, im Jahre 2000 durch den damaligen Innensenator Eckhart Werthebach (CDU)nach Berlin gelockt, als Vize mit Option zum Polizeipräsidenten, dann allerdings nach der Wahl des jetztigen Rot-Dunkelroten Senats trotz des besten Abschneidens im Auswahlverfahren an der menschlichen Hürde Glietsch (SPD) gescheitert, sucht die neue Herausforderung.
Der ehemalige Staatsanwalt und Richter war vor seiner Verpflichtung aus Berlin als Oberstaatsanwalt in Nürnberg, Fürth und Dresden tätig, dort zuletzt für Tötungsdelikte zuständig.
Herr Neubeck wird zum 1. September die Konzernsicherheit der Deutschen Bahn übernehmen. Seine Vorgänger bei der Konzernsicherheit Jens Puls und Josef Bähr hinterlassen ein schweres Erbe. Sie mussten im Mai wegen der Datenaffäre ihre Plätze räumen.

Viel Erfolg und allzeit verspätungsfreie Reise ...

nicht dass das der aufstrebende Stern am Himmel der Polizei, Kevin R., liest und womöglich in die Wirtschaft geht, die ja bekanntlich das absolute Gegenteil von Polizisten sind : Verbrecher !

...und ich wollte doch so gern mal die Uniform tragen! Jetzt bleib ich doch bei der Bank...

Der Text könnte von dir sein ;)

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